Nach der Saison brauchte ich mal wieder ein paar Tage Salzwasser, Landluft, schöne Stunden mit Freunden, also Tage in der zweiten Heimat Ostfriesland. Bei schwülen 27 Grad ging es dann im entsprechenden Urlaubsoutfit los, nur um beim obligatorischen Willkommens Fischbrötchen und Bier bereits eine leichte Jacke überzuziehen. Gegen Abend musste dann die kurze Hosenvariante schon der langen weichen und später musste auch noch eine Jacke übergezogen werden. Doch das Wetter hatte auch gehört, dass ich Urlaubsreif war, ab dem nächsten morgen lugte die Sonne immer öfter zwischen den Wolken durch und es entwickelte sich ein prächtiger Tag. Das Radfahren an der Küste ist ein besonderer Genuss und da der Träger auf der Anhängerkupplung praktisch kaum zu merken war, ging das Rad immer mit. Pilsum, Greetsiel, Dornumersiel, Neßmersiel, es gibt schlechtere Örtlichkeiten. Zwischendurch gab es dann die Gelegenheit eine der sieben ostfriesischen Inseln kennenzulernen, die ich bisher noch nicht kannte, Wangerroge.

Am Morgen des 01. Juni machten wir uns ganz früh auf den Weg um die erste Fähre um 7:30 Uhr zu bekommen. Noch leicht träge hockten wir in der Kabine der Fähre, schlürften einen passablen Kaffee und warteten auf die Ankunft in dem kleinen Hafen der Insel. Da der Hafen sehr weit außerhalb der Ortschaft liegt, fährt man auch auf Wangerooge mit einer kleinen Inselbahn bis in den Ort zum Bahnhof. Der komplett autofreie Ort lädt zum Bummeln ein, die Fußgängerzone beginnt direkt kurz nach dem Bahnhof. Ich wollte mir jedoch auch die äußeren Bereiche der Insel ansehen, so lieh ich mir direkt hinter dem Bahnhof ein Fahrrad und machte mich erst mal auf zum nächsten Bäcker. Noch zusammen mit meinem Freund Dirk, der zum arbeiten auf die Insel gekommen war, machten wir erst mal ein schönes Frühstück bevor es für mich, frisch gestärkt an die Erkundung der fremden Insel ging. Zunächst machten wir uns noch gemeinsam auf den Weg durch die Fußgängerzone hinauf zum Strand. Angekommen am Café Pudding, einem der zentralen Punkte auf Wangerooge. Das Café Pudding liegt direkt an der Strandpromenade und am Ende der Fusgängerzone, von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf Strand, Nordsee und die vielen Schiffe, die weiter draußen auf der offen See vorbeifahren.

Mein Weg führte mich zunächst nach Westen, schnell war der Ort hinter mir und eine schmale Straße führte zum Westteil der Insel. Viel Wiese, kleine Priele und die auf den ostfriesischen Inseln unvermeidlichen Sanddornbüsche säumten meinen Weg bis zum alten Leuchtturm und zur Jugendherberge. In wenigen Gebäuden ist hier ganz viel Jugend untergebracht, denn die paar Gebäude, die im westlichen Teil der Insel zu finden sind beherbergen Schulklassen und Sportvereine. Nachdem ich mich etwas umgesehen und ein paar Bilder gemacht hatte, ging es ganz langsam wieder Richtung Inselmitte. Nicht ohne unterwegs ein wenig die Natur und Idylle in den Marschwiesen zu genießen.

Der eigentliche Ort liegt ziemlich in der Mitte der länglichen Insel, so machte ich mich nach einer kurzen Rast an der Strandpromenade auf den Weg in den östlichen Teil von Wangerooge. Der kleine Inselflugplatz, ein Golfplatz und viel Strand und Dünen lagen vor mir. Zunächst führte mich mein Weg durch eine kleine Siedlung mit schmucken Häusern, fast alle mit Ferienwohnungen und Zimmern. Nachdem das bebaute Gebiet dann endete begannen die ersten Wiesen des Flughafens, gefolgt vom gepflegten Grün des Golfplatzes. Doch bald war ich auch am Golfplatz vorbei und weiter ging nur noch ein Schotterweg, der irgendwo in die Dünen führte. Mit dem Rad sparte ich mir das, setzte mich auf eine Bank und ließ die Seele baumeln. So langsam war es Nachmittag geworden, mein Freund Dirk hatte sich gemeldet und wir wollten uns auf einen Snack treffen, so radelte ich langsam wieder zurück zur Inselmitte wo wir uns am Café Pudding trafen. Der kleine Pizza-Imbiss hatte unser Vertrauen gewonnen, es war auch soweit in Ordnung, bis auf den Angriff der Elster. Mein letztes Stück Pizza schnappte sich im Tiefflug von hinten eine Elster.

Dirk hatte nicht mehr so viel zu tun und wir verabredeten uns für die Rückfahrt. Ich inspizierte noch einmal ausgiebig den Strand, das kleine Örtchen, Fahrrad schon mal abgeben und dann gab es beim Bäcker am Bahnhof noch einen Kaffee. Alles in allem ist Wangerooge nicht viel anders als andere ostfriesische Inseln und nachdem ich nun den ganzen Tag die Insel abgegrast hatte war es an der Zeit wieder aufs Festland zu fahren. Das Wetter war mittlerweile sonnig und warm so, dass wir uns einen schönen Platz an Deck der Fähre suchten um noch einmal die Sonne zu genießen. Schön diese Insel auch gesehen und erlebt zu haben, für mich persönlich würde ich sie als Urlaubsziel, nimmt die anderen ostfriesischen Inseln, nicht an Position Eins setzen. Obwohl es sehr schön war.

 

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