Es war lange gerätselt worden rund um den Schalker Markt ob der jüngste Trainer der Vereinsgeschichte Schalke kann, Domenico Tedesco „kann“ es offensichtlich. Und das durchaus eindrucksvoll. Waren Vorbereitung und Pokalauftakt noch recht nichtssagend, so gelang der Start in die Meisterschaft schon so, dass viele langjährige Schalker zufrieden die Veltins Arena verlassen haben. „Endlich mal wieder eine Mannschaft die kämpft und auch ein System spielt“, war nicht der einzige positive Ausspruch an diesem Abend.

Zunächst begann Königsblau doch recht verhalten, etwas unsortiert und auch ohne Durchschlagskraft. Leipzig versuchte mit Pressing und schnellem Passspiel das Tor von Ralf Fährmann in Gefahr zu bringen. Die Deckung um Naldo war jedoch bestens auf dem Posten und was dennoch durch kam entschärfte Fährmann in gewohnter Manier. Nach 10 bis 20 Minuten legten die Tedesco Schützlinge die Nervosität ab und starteten ihrerseits gen Leipziger Gehäuse. Leon Goretzka mit einem Kopfball und Bentaleb mit einem tollen Schuss aus ca. 25 Metern prüften den Mann im Tor der Gäste. Zwei Minuten waren noch in der ersten Halbzeit zu spielen, da lief der sehr laufstarke Franco Di Santo verfolgt von Leipzigs Dayot Upamecano auf das Leipziger Tor zu und wurde im Strafraum unsanft von den Beinen geholt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Nabil Bentaleb totsicher zur Schalker Führung.

Auch in den zweiten 45 Minuten ließ Schalke nicht nach, kämpfte um jeden Ball, grätschte in jeden Zweikampf und suchte das Heil in der Offensive. Das Ganze jedoch gestützt auf eine sehr stabile Deckung, denn die Gäste erhöhten den Druck. Doch die Defensive der Königsblauen bleibt sortiert und hat immer alles gut im Griff. In der der 73. Minute dann Ballverlust der Gäste und Armine Harit sieht den startenden Yevhen Konoplyanka, der auch noch seinem Gegenspieler ein paar Meter abnimmt. Der platzierte Schuss landet im langen Eck, eiskalt verwandelter Konter.

In der Nachspielzeit hat Daniel Caligiuri sogar noch die Chance den ganz gr0ßen Coup zu landen und am ersten Spieltag gegen den Vizemeister so zu punkten, dass man in der Tabelle punktgleich von der Spitze die Bayern grüßt. Sein Schuss aus spitzen Winkel landet jedoch am Pfosten. Am Ende halfen selbst fünf Minuten Nachspielzeit den Gästen nicht mehr, verdient hatte Tedesco seinen ersten Bundesliga Sieg eingefahren, und das recht eindrucksvoll. Auf Schalke hat man lange nicht so eine kämpferisch starke, gut sortierte und mit System spielende Truppe gesehen wie an diesem Abend.

GLÜCKAUF!

Tore: 1:0 (43.) Bentaleb (Foulefmeter) 2:0 (73.) Konoplyanka (Harit) – Gelb: 04: McKennie, Bentaleb – Leipzig: Halstenberg, Keita – Schiedsrichter: Felix Zwayer – Zuschauer: 61

Die Choreo zum Steigerlied

Das hatten sich die Fans von Borussia Mönchengladbach anders vorgestellt. Nach dem Hype der nach der Übernahme des Traineramtes durch André Schubert und seiner Erfolgsserie, entstanden war, musste man in Mönchengladbach auch von einem Sieg im Pokal gegen Werder ausgehen. Doch meist kommt es anders...... Die Bremer spielten von Anfang an erstaunlich gut und engagiert mit und setzten auch die löchrige Gladbacher Defensive unter Druck. Bereits nach zehn Minuten hätte es hinter Yann Sommer einschlagen können, die Defensive der Gladbacher war einfach schwach und ließ hintereinander Pizarro und Gebre Selassie frei vor Sommer die Chance, doch der Gladbacher Keeper war jedes Mal auf der Hut. Die Borussia machte trotz aller Defesivprobleme nach vorne Druck und so entstand auch das 1:0. Hazard bediente Stindel und der zog von der Strafraumgrenze ab, die Gladbacher Zuschauer im mit 53.106 Zuschauern ausverkauften Borussia Park jubelten. Doch im zweiten Abschnitt drohte schnell Ungemach. Zunächst war es Sternberg, der völlig unbedrängt von der linken Strafraumgrenze abziehen konnte und damit den Ausgleich erzielte. Nur sechs Minuten später bediente Grillitsch Vestergaard und der erzielte mit einem satten Rechtsschuss die Führung für die Gäste. Hazard traf bei einem der Gladbacher Vorstöße den rechten Pfosten, doch ein Tor wollte nicht fallen. Borussia Mönchengladbach nun mit wütenden Angriffen, und dem Ausgleich. Ein Steilpass von Raffael zum eingewechselten Hrgota und dieser lässt aus etwa 16 Metern Wiedwald im Werder Tor keine Chance. Dor im direkten Gegenzug gerät die Defensive der Borussia wieder unter Druck, Öztunal flankt von der rechten Außenbahn, für Altmeister Pizarro im Sturmzentrum fühlt sich niemand bei der Borussia zuständig und die Bremer gehen erneut in Führung. Vorausgegangen war ein Freistoß von Gladbachs Xhaka, der an diesem Abend einen grottenschlechten Tag erwischte, die schlampige Ausführung seines Freistoßes ermöglicht dem Gegner die Führung. Und nur drei Minuten später wieder einer dieser Konter der Gäste, Grillitsch zieht die einzigen drei Verteidiger der Borussia auf sich, sieht den mitgelaufenen Ujah an der rechten Strafraumgrenze und Werder führt 4:2. Die Hausherren gaben sich aber noch nicht auf, Hrgota mit seinem zweiten Treffer besorgte in der Nachspielzeit zwar noch das 3:4 aber danach tat sich außer wütenden Angriffen nichts mehr. Werder Bremen zieht damit ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein und die Borussia sollte sich fragen lassen dürfen warum die Abwehrleistung an diesem Abend unterirdisch war.

Tore: 1:0 (32.) Stindl 1:1 (52.) Sternberg 1:2 (58.) Vestergaard 2:2 (73.) Hrgota 2:3 (75.) Pizarro 2:4 (78.) Ujah 3:4 (93.) Hrgota – Strafen: Gladbach: Gelb: Dahoud und Stindl – Bremen: U. Garcia – Schiedsrichter: Günter Perl – Zuschauer: 53.106
(Text und Bilder: © UVO)

 

Der FC Schalke 04 spielt sich mehr und mehr in eine kleine Krise. Nach dem guten Start in die Bundesliga Saison 2015/2016 gab es zuletzt nur noch Niederlagen und nun können die Knappen auch Aufsteiger Ingolstadt nicht bezwingen. Dabei war vor allem die erste Halbzeit eine Offenbarung für das Team von André Breitenreiter denn die Königsblauen konnten die Gäste nie nennenswert vor Probleme stellen. Die Gäste aus Bayern spielten wie schon ihre vorherigen Auswärtsspiele sehr clever. Gestützt auf einen sicheren Keeper Özcan standen die Schanzer recht sicher in der Defensive und lauerten selbst immer wieder auf Konter und gefährliche Gegenangriffe. Die Angriffsbemühungen der heimischen 04er waren an Harmlosigkeit nicht zu überbieten, ein völlig indisponierter Klaas Jan Huntelaar, di Santo trifft leider derzeit auch nur in der Euro League, der einzig wirklich gefährliche Angreifer in der ersten Halbzeit war einmal mehr Leroy Sané. Und so kam es wie es dann immer so kommt, in der 39. Spielminute rächt sich die destruktive Spielweise der Heimmannschaft. Ingolstadts Moritz Hartmann kann auf dem rechten Flügel recht unbedrängt bis an die Grundlinie gehen, auch Benedikt Höwedes läuft nur nebenher, die Flanke nimmt Tobias Levels volley und der Ball schlägt vorbei am wieder genesenen Ralf Fährmann ein. Sieben Minuten später pfeift Hauptschiedsrichter Florian Meyer die niveauarme erste Halbzeit ab und die Königsblauen ernten Pfiffe von den knapp 61.000 Zuschauern.

André Breitenreiter war schon in der ersten Hälfte klar, dass er etwas ändern muss und er schickte bereits vor dem Pausenpfiff Eric-Maxim Choupo-Moting zum warm machen, zur zweiten Halbzeit wechselte er dann ein. Und Choupo-Moting, der in den letzten Wochen auch nicht seine beste Zeit auf Schalke hatte, brachte tatsächlich Schwung in die Schalker Angriffsbemühungen. Immer wieder tauchte er gefährlich über die linke Seite auf und brachte den Ball vor das Tor von Öczan. Zählbares wollte zunächst nicht fallen und die 04er mussten noch mehr Druck entwickeln, in der 69. Spielminute war Caicara der mit einer schöenen Direktabnahme nur den rechten Pfosten traf, irgendwie wollte das Leder nicht ins Tor, bis zur 77. Spielminute. Wieder war es Choupo-Moting, der über die linke Seite bis fast an die Grundlinie ging, in der Mitte verpassten Freund und Feind, bis auf Leroy Sané. Das Juwel der Schalker krönte seine gute Leistung mit einem sauberen Kopfballtor ins lange Eck gegen die Laufrichtung des Keepers der Gäste.  Wer nun an eine Schalker Schlussoffensive glaubte um das Spiel noch zu gewinnen, der sah sich getäuscht. Im Gegenteil, die Gäste hatten noch Chancen den Schalkern die Heimniederlage beizubringen und so mussten die Zuschauer am Ende froh sein, gegen den Aufsteiger ein Unentschieden erreicht zu haben.

Tore: 0:1 (39.) Levels 1:1 (77.) Sané – Zuschauer: 60.144

(Text und Bilder: © UVO)

„Ich bin erschüttert von den schrecklichen Anschlägen in Paris. Jeder hat wohl gerade diese Bilder vor Augen. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien und Freunden. Mir ist nicht zum Feiern zumute, aber wir werden heute spielen, weil wir zeigen wollen, dass wir uns NICHT von Terroristen unterkriegen lassen. Dieses Spiel ist auch für #Paris!“, sagte der Star des Abends, Gerald Asamoah, auf seiner Facebook Seite. 61.104 Zuschauer waren froh, dass er und auch sein Club, der FC Schalke 04 sich entschlossen hatten vor dem Hintergrund der Terroranschläge von Paris das Spiel stattfinden zu lassen. Und es wurde ein sehr emotionaler Abend, zunächst stellte sich Vereinsboss Clemens Tönnies auf die weite Wiese der Arena und erklärte in einer sehr emotionalen Rede dass man sich als Verein nicht dem Terror beuge und deshalb heute mit allen Beteiligten entschieden habe das Spiel stattfinden zu lassen, die Zuschauer honorierten seine Rede mit starkem Applaus. War die Vorstellung der Mannschaften schon ein weiterer Höhepunkt so toppte die Vorstellung des Hauptdarstellers alles bisher da gewesene. Auf der kleinen Gästetribüne der Arena war eine Bühne aufgebaut. Eine Coverband spielte Freiheit von Marius Müller-Westernhagen und Gerald Asamoah wurde aus dieser Höhe quer durch die Arena abgeseilt mit einer französischen Flagge in der Hand, ein Augenblick für Gänsehaut. Zum Spiel selber ist eigentlich eher weniger zu schreiben, wie solche Spiele halt so sind, der Hauptdarsteller bekommt ein paar Tore, am Ende geht es knapp oder Unentschieden aus und alle haben viel Spaß. So auch in diesem Spiel, Asa spielte in der ersten Halbzeit bei seinen Allstars und markierte beide Treffer, dann wechselte er zu den Schalker Allstars und besorgte direkt die Führung. Nach ca. 75 Minuten war dann Schichtende, aber nicht einfach so, sein achtjähriger  Sohn Jaden griff zum Mikro und verkündete: „Papa, Schichtende!“ Danach sprang der Sprössling auch direkt für den Vater ein und durfte direkt auch den Ausgleich erzielen. Am Ende gewannen die Schalker Allstars gegen Asas Allstars mit 5:4, doch seien wir mal ehrlich, das Ergebnis ist bei so einen Spiel Nebensache. Alleine die Ehrenrunde die die Schalker #14 mit seinem Sohn am Ende durch das weite Rund drehte, dauerte 20 Minuten und brachte unzählige Schals und Souvenirs. Ein Liebesbeweis des kritischen Schalker Publikums an einen seiner Helden kann sicherlich fast nicht stärker ausfallen.

(Text und Bilder: © UVO)

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