Eine nostalgische Dampfzugfahrt quer durch das Ruhrgebiet von Bochum Dahlhausen bis Duisburg um dann bei einem Aufenthalt im Landschaftspark Nord Pause zu machen. Das war der Plan am Morgen des 16. Mai als ich morgens um kurz vor Neun leicht fröstelnd auf dem Bahnsteig in Dahlhausen stand. Pünktlich kam sie dann, rückwärts. Aus dem Eisenbahnmuseum von einer Diesellok gezogen, fuhren die sieben Wagons und die leicht dampfende P8 in den kleinen S-Bahnhof ein. Um mich herum ging das Klicken der Kameras und Smartphones los. Nachdem die ersten Eisenbahnfans befriedigt waren nahmen wir so langsam unsere Plätze ein und da ich 1. Klasse gebucht hatte war mein „Sitzsofa“ auch sehr komfortabel. Die P8 ratterte los, Richtung Essen-Steele/Essen Hbf wo wir weitere Fahrgäste aufnahmen. Auf Mühlheim, Oberhausen und Duisburg lag noch auf der Strecke, nachdem sich dann der Zug in Duisburg vollends gefüllt hatte gesellte sich eine junge Familie nebst dreijährigem Sohn zu mir. Da wir sehr oft die Fahrtrichtung wechseln mussten, erwies sich die Variante mit zwei Loks als sehr nützlich, die aktive Lok musste nicht immer um den ganzen Zug fahren um zu wechseln, wir fuhren einfach mit der anderen weiter.

So langsam war dann auch HKM in Duisburg erreicht und es wurde ein wenig langweilig, auch für meinen dreijährigen Freund. Ich verzog mich erst mal in den Barwagen, Bockwurst, Kaffee, bisschen quatschen. Auch den Freizeit-Eisenbahnern war es langweilig. Wir durften auf Werksgelände nicht mit unseren Loks fahren, mussten also mit Werksloks gezogen werden. Da gab´s aber nur eine und noch mehr Richtungswechsel. Hier umkurvte die Lok dann immer den Zug was jeweils eine Pause von zwanzig Minuten nach sich zog. Ganz schön viel Zeit für ein paar Koksberge. Irgendwann hatten wir die Werksbesichtigung überstanden und machten uns, wieder unter Dampf, auf den Weg zum Landschaftspark Nord, einem der größten ehemaligen Hüttenwerke im Ruhrgebiet. Leider begann es kurz nach unserer Ankunft im Landschaftspark leicht zu nieseln so dass eine Besichtigung des ca. 70 m hohen ehemaligen Hochofen Fünf keinen Sinn machte. Ich sparte mir die Führung und versuchte die letzten trockenen Momente auf eigene Faust zu nutzen. Leider wurde der leichte Nieselregen bald stärker und es musste ein Lokal her. Doch das Einzige auf dem Gelände war hoffnungslos überfüllt, sodass nur der Imbiss gegenüber mit zugehörigem Biergarten blieb. Auch das hatte ich mir etwas anders vorgestellt, doch Currywurst mit Pommes und ein Bier unter einem der begehrten Schirme musste dann eben reichen.

Pünktlich um viertel nach Vier dampfte unsere Lok wieder hinaus aus dem Landschaftspark um in einem schönen großen Bogen so langsam die Heimreise anzutreten. Zunächst ging es Richtung Moers, teilweise auf Güterzugstrecken, den Rhein überquerend zog meine alte P8 die sieben Waggons in den Abend. Gut 90 Minuten dauerte unsere kleine Rundfahrt mit zwei Überfahrten über den Rhein bevor wir gegen 18 Uhr wieder am ersten Bahnhof ankamen, an dem Mitfahrer den Zug verließen. Um mich wurde es leer! Und ruhig! Meine Jungfamilie mit dreijährigem Sohn stieg wieder aus, die Frau von gegenüber lächelte und zwinkerte mir zu und der Rest der Fahrt verlief sehr entspannt. Gegen 18:45 Uhr schnaufte meine P8 wieder in den Bahnhof in Bochum-Dahlhausen ein und ein schöner Ausflug fand sein Ende. Als Fazit darf ich sagen: Wie vor ein paar Jahren auf einer Fahrt nach Papenburg schon einmal erlebt wieder einer rundum gelungene Fahrt, bestens organisiert vom Eisenbahn Museum in Bochum. Einzige Kritik meinerseits an dieser Fahrt war die Zeit auf dem Werksgelände bei HKM. Man hat für viel rumstehen und Zeitverlust eigentlich wenig gesehen, ansonsten TOP!

(Text und Bilder: © UVO)

Joomla templates by a4joomla
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.