Es musste mal wieder Eishockey sein, Eishockey mit Freunden, ein paar Bierchen in lockerer Atmosphäre und einfach einen netten Abend verbringen. Und da wir zwar alle schon in Bremerhaven waren, aber noch niemand die neue Halle gesehen hatte machten wir kurzerhand das Spiel der Adler Mannheim beim DEL Neuling Fishtown Pinguins klar. Flugs also am Freitagmittag nach Dornum, nach kurzer Kaffeepause dann weiter nach Bremerhaven. Ankunft am Wilhelm-Kaisen-Platz gegen 18 Uhr und siehe da, es ist eineinhalb Stunden vor Spielbeginn noch kein Einlass. Die einzige Getränkebude vor der Halle bietet Glühwein und Bier, immerhin. Pünktlich, eine Stunde vor Beginn des Spiels öffneten dann die beiden Eingänge, dabei wurde die Schlange aber nur unwesentlich kleiner. Der Grund waren die Securities. Zwei Männer zum Abtasten an zwei Türen, aber immerhin drei Frauen. Als wir endlich drin waren sollte es dann auch etwas zu essen geben, also Currywurst mit Pommes. Erste Irritationen gab es als über der Ausgabestelle Zettel hingen mit der Aufschrift: „Keine Bargeldzahlung möglich“.

Auf die Frage was das bedeute: „Da müssen sie eine Karte haben, aufladen und dann damit hier bezahlen“. Die Frage nach dem Kauf Ort beantwortete die junge Frau mit: „Unten, wo sie reingekommen sind“. Diese Aktion mit den Karten entwickelte sich i der Folge des Abends als regelrechte Farce, sie gipfelte darin, dass wir zum einen für die Pfandbecher Bargeld zurückbekamen, und zum anderen, dass wir geschlagenen 10 Minuten 16,80 Euro bezahlen wollten, diese am Ende dann aber doch nicht abgebucht waren und wir das Geld am Ende wieder ausgezahlt bekamen. Das Ganze war aber auch ständig damit verbunden vom oberen Balkon nach unten laufen zu müssen und umgekehrt, und wer dazu noch ganze vier Toiletten in einer Arena für 4.500 Leute plant sollte in einer solchen Halle mal nötig zur Toilette müssen.

Nun gut, die Spiele sollten dann beginnen und so gingen wir in den Innenraum zu unseren Plätzen. Verwirrend allerdings, dass an der zweiten Reihe eine 3 stand. Die freundliche Bremerhavenerin erklärte uns dann ganz klar: „Das ist richtig, eine erste Reihe haben wir nicht“. Also nahmen wir auch die Reihe 2 und setzten uns, Bremerhaven machte von Beginn an viel Druck und wollte die Adler überfallartig überrennen. In den ersten sieben bis acht Minuten musste Adler Goalie Dennis Endrass seine Farben mit etlichen guten, und zwei Big Saves im Spiel halten. Doch so langsam bekamen die Gäste die Müdigkeit der langen Fahrt aus den Knochen und fanden besser ins Spiel. Wie aus dem Nichts dann die Führung für die Adler, Matthieu Carle zieht von der blauen Linie ab und es schlägt zum ersten Mal im Gehäuse der Pinguins ein. Die Gäste spielen nun ihr Spiel, stocktechnisch und schlittschuhtechnisch eine Klasse für sich passten sie sich die Scheibe zu und zwangsläufig fielen die nächsten Tore.

Danny Richmond und David Wolf im Powerplay stellten bis zur ersten Pause eine beruhigende 3:0 Führung für die Gäste her. Nach dem 4:0 durch Garret Festerling in der 27. Spielminute hatte Bremerhavens Keeper Jani Nieminen die Nase voll, Jerry Kuhn übernahm. Der erste Effekt war der Anschlusstreffer zum 4:1, allerdings hätte man das getrost auch als Mannheims fünften Treffer bezeichnen können, denn die Gäste vertändelten mehrfach im eigenen Drittel die Scheibe und am Ende sagte Jordan Owens Danke! Sinan Akdag stellt in den letzten zwanzig Minuten schnell den alten Abstand wieder her und die Adler spielen das Spiel souverän weiter runter. Einen Abpraller von der Bande nutzt Jordan George in der 55. Spielminute zum erneuten Anschlusstreffer und 48 Sekunden vor dem Ende betreiben die Pinguine noch einmal Ergebniskosmetik. Irgendwie würgt Jack Combs im Powerplay noch einmal die Scheibe vorbei an Endrass. Damit nehmen die Adler hochverdient die Punkte mit und wir nehmen mit, Halle ok, Service ist eine Katastrophe.

Tore: 0:1 (6:55) Carle (Adam, Akdag) 0:2 (14:43) Richmond (Ullmann, Kink) 0:3 (17:35) Wolf (Sparre, Johnson, PP1) 0:4 (26:31) Festerling (Sparre, Wolf) 1:4 (28:48) Owens (Quirk) 1:5 (43:23) Akdag (Carle, Wolf) 2:5 (54:56) George (Lampl, Bast) 3:5 (59:12) Combs (Bordson, Welsh, PP1)

(Text und Bilder: © UVO)

 

Das Spiel der Iserlohn Roosters gegen den EHC Red Bull München entwickelte sich am Ende zu einer klaren Angelegenheit. Zu deutlich waren die Unterschiede, nicht bei der individuellen Klasse von Spielern und Trainern, doch bei den Roosters merkte man, dass ein Mannschaft mit Herz und Blut auf dem Eis war, bei München merkte man von alldem nichts. Ein wenig zäh ging es in den ersten Abschnitt, beide Teams wollten sich leine Blöße geben und so tasteten sich beide Mannschaften zunächst ab. Die heimischen Rossters mit leichten Vorteilen, doch die Gäste aus der bayrischen Landeshauptstadt waren, wenn sie vor das von Mathias Lange gehütete Tor kamen brandgefährlich. Unter dem Jubel der 4.997 Zuschauer aber dann doch das 1:0 für die Roosters, ein kluger Pass von Boris Blank zu Kapitän Mike York und der Iserlohner lässt David Leggio im Kasten der Gäste keine Chance. Mit 1:0 geht es in die erste Pause, und die Roosters machen im zweiten Drittel da weiter wo sie im ersten Abschnitt aufgehört haben. Kevin Lavalle darf die 2:0 Führung besorgen, nach einem Pass von Kapitän Mike York ist er aus halblinker Position zur Stelle und bringt sein Team endgültig auf die Siegesstraße. Die Gäste sind düpiert, versuchen sich immer mal in Kontern doch die spielbestimmende Mannschaft ist die vom Seilersee und das drückt sich dann auch langsam in Toren aus. Doppelte Überzahl kurz vor dem Ende des Drittels, Verteidiger Ryan Button macht das 3:0.

Das letzte Drittel barg noch einmal die Chance für die Gäste doch noch heran zu kommen. Und die Münchner um den Ex-Iserlohner Michael Wolf kamen, doch die Mannschaft der Red Bulls hatte keine Bindung zueinander, zu wenig Team, zu viele Einzelaktionen. Anders der Iserlohner EC, da wurde sich abgeklatscht, jeder rannte für den Anderen und irgendwann fiel dann der erlösende Treffer. Chris Conolly unter dem Jubel der Iserlohner Zuschauer zum 4:0, damit war die Messe gelesen. Auch wenn München in der 52. Spielminute Mathias Lange den Shutout versaute, Jerome Samson traf zum zwischenzeitlichen 4:1. Doch es passierte nichts mehr, die Roosters in der Schlussminute noch mit dem 5:1, Brodie Dupont in doppelter Überzahl, das wars. Damit ist die Mannschaft von Jari Pasanen eine der Überraschungen in der deutschen Eishockeliga, Platz Drei hinter Mannheim und Berlin mit Tendenz nach oben.

Tore: 1:0 (13:36) York (Blank, Friedrich) 2:00 (23:54) Lavallée (York) 3:0 (39:36) Button (Raymond, Blank, 5-3) 4:0 (46:21) Connolly (Shevyrin, Lavallée) 4:1 (51:56) Samson (Dehner, Kahun) 5:1 (59:17) Dupont (York, Raymond, 5-3) – Strafen: Iserlohn: 4 – München: 8 – Schiedsrichter: Schukies, Gordon – Pesina, Vladimir (A. Kowert, R. Schelewski) – Zuschauer: 4.997

(Text: © UVO)

 

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